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Rastede

Streifzüge in Tusche und Holz

27.10.2022
Palais Rastede

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Im Volksmund heißt es zwar gleich und gleich gesellt sich gern, doch es sind bekanntlich die Gegensätze, die sich anziehen. Sie machen unser Leben bunt, faszinieren uns durch ihre Andersartigkeit. Genau das stellt den besonderen Reiz der Doppelausstellung von Ingrid Freihold und Ida Oelke dar. Unter dem Titel „Streifzüge in Tusche und Holz“ lädt der Kunst- und Kulturkreis Rastede (KKR) vom 11. September bis zum 30. Oktober 2022 zum malerischen Lustwandeln ins Palais Rastede ein. Gleichklang Dort trifft Ingrid Freiholds pointiert gesetzter Pinselstrich auf Ida Oelkes Holzschnitte mit aller ihrer dem natürlichen Material geschuldeten Dynamik. Ein Dialog entsteht, wie er sich nur entwickeln kann, wenn sich zwei Kreative auf Augenhöhe begegnen. Kennengelernt haben sich die beiden durch diverse Kulturveranstaltungen und festgestellt, dass die ungewöhnliche Kombination ihrer Arbeiten unglaublich gut zusammenpasst. „Inzwischen gibt es uns ganz oft im Doppelpack“, verrät Ingrid Freihold lachend. Die Chemie stimme einfach. Künstlerisch und zwischenmenschlich, ergänzt Ida Oelke. Kalligrafisch Zeichen setzen Die Ostfriesinnen sind im Laufe der Zeit durch die gegenseitige Inspiration miteinander gereift. „Ich bin etwas bunter geworden. Nicht so grell wie Frida Kahlo, aber dennoch farbiger“, findet Ingrid Freihold. Meist verwendet die 62-Jährige Schwarz, Indigo, Blau, Rot und Weiß. Ihre Werke spiegeln gleichzeitig ihre intensive Beschäftigung mit der westeuropäischen Schreibkunst und der asiatischen Kalligrafie wider. Seine berührende Tiefe erhält ihr Oeuvre jedoch dadurch, dass Ingrid Freihold nicht nur die Technik beherrscht, sondern in die Seele dieser Gestaltungsform geblickt hat: „Da ich viele Jahre aktiv die japanische Kampfkunst Aikido betrieben habe, ist mir die Philosophie dahinter ausgesprochen vertraut.“ Diesem Wissen verdankt ihre zeitgenössische Tuschemalerei eine Leichtigkeit, die nur in der Tiefe des wahren Verstehens geboren werden kann. Bei aller Stringenz ihres schöpferischen Ausdrucks schleichen sich mittlerweile immer häufiger Farben ins Bild, wenn die Künstlerin Akzente setzen oder eine Bildaussage unterstreichen will: „Fein dosiert und durchaus mal ganz kräftig.“
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