Als Placebo 1996 der Durchbruch gelang, stellten sie mit ihrer Ästhetik und ihren Songtexten die Erwartungen innerhalb der britischen Rockkultur infrage. Ihr visuelles Erscheinungsbild hinterfragte herkömmliche Vorstellungen von Geschlecht und Männlichkeit – zu einer Zeit, als solche Themen im Mainstream kaum zur Sprache kamen. Damit schufen Placebo Raum für eine andere Art von „Alternative“-Stimme; sie fanden großen Anklang bei Menschen, die sich außerhalb des kulturellen Mainstreams verorteten, und beeinflussen bis heute zahlreiche Künstler.
Heutzutage sind Diskussionen über Identität, Geschlechtsausdruck und Individualität präsenter denn je. Vor diesem Hintergrund gewinnt das Debütalbum von Placebo erneut an Relevanz. *Placebo RE:CREATED* würdigt nicht nur das Vermächtnis des Originalalbums, sondern unterstreicht auch dessen anhaltende kulturelle Bedeutung. Das Album wurde von Brian Molko und Rob Kirwan auf der Grundlage der Original-Masterbänder neu bearbeitet und von Adam Noble abgemischt. Das Ergebnis bewahrt die Unmittelbarkeit und den rebellischen Geist des Originals, während der Sound zugleich neue Wege beschreitet.
