Melanie Baker macht Musik über alles, was wehtut, und alles, was sich genau richtig anfühlt. Von Newcastle (UK) aus schreibt sie mit schonungsloser Offenheit Songs, die zwischen lautstarker Katharsis und leisem Bekenntnis, zwischen absurdem Humor und tiefer Verletzlichkeit pendeln. Mit treibenden Drums, verzerrten Gitarren und einer feinfühligen Präzision in den Texten lässt Baker die raue Energie und den Geist des 90er-Jahre-Alternative-Rock durch eine queere, moderne Brille wieder aufleben.
Ihre Welt ist eine Mischung aus Chaos und Mitgefühl, in der Angst, Wut, Liebe und Lachen gleichermaßen nebeneinander existieren. Sie gestaltet ihre Songs wie Comic-Panels voller emotionaler Wahrheit: Herzen, die aus der Brust springen; Dampf, der aus Kragen pfeift; Cartoon-Melancholie, die auf echte Zärtlichkeit trifft. Ihre Musik lädt dazu ein, zu weinen, zu lachen und mitzuschreien – manchmal alles gleichzeitig.
Ein Großteil dieses Universums – ob auf der Bühne, auf Tour oder zu Hause – wird durch die Linse der Fotografin und Partnerin Ellen Dixon festgehalten, die ihr gemeinsames Leben in intimen, analogen Schnappschüssen dokumentiert. Das Ergebnis ist ein fortlaufendes Porträt einer queeren Künstlerin, die im Norden Englands ihren Weg findet: ein Sammelalbum aus Van-Fahrten, kleinen Clubs, Lampenfieber und privatem Glück.
Bei Live-Auftritten lässt Baker die Grenzen zwischen Theater und Therapie verschwimmen. Gemeinsam mit Schlagzeuger Adam Robson und Multiinstrumentalist Jon Evans reißt sie mitten im emotionalen Zusammenbruch Witze, verwandelt Selbstironie in Gemeinschaftsgefühl und macht aus Unbehagen etwas Strahlendes. Was als persönliches Bekenntnis beginnt, mündet oft darin, dass ein ganzer Raum voller Fremder gemeinsam dieselbe Wahrheit hinausschreit.
Ihre Musik wurde von BBC Radio 1, 2 und 6 Music gefördert, und ihr Song „Double Decker Death Machine“ war in der BBC-Serie *Waterloo Road* zu hören. Doch um Anerkennung ging es ihr nie. Bakers Kunst gedeiht in dem chaotischen, wunderbaren Raum zwischen Schmerz und Spiel – sie findet Humor im Liebeskummer und Hoffnung im Absurden.
Melanie Baker versteckt sich nicht vor dem Chaos der Gefühle; sie heißt es willkommen, reicht ihm das Mikrofon und lässt es singen.
