Madra Salach bringen irischen Folk zum Beben und sind seit Beginn des Jahres zu einer Band geworden, an der man aktuell zurecht nicht vorbeikommt. Das Dubliner Sextett verbindet traditionelle Melodien mit elektronischen Klangflächen und einer Intensität, die eher an Punk als an beschauliche Pub-Abende erinnert. Mittendrin steht Paul Banks mit einer Stimme, die Verletzlichkeit ebenso unmittelbar vermittelt wie
ungebändigte Kraft, die die Zuhörer*innen schon fast in eine Art Trance versetzt.
Die Anfänge der Band reichen tief in die Dubliner Independent-Szene, wo die Mitglieder sich zunächst in unterschiedlichen musikalischen Projekten immer wieder begegneten. Schließlich fanden sie über ihre gemeinsame
Begeisterung für irische Volksmusik und vor allem die mitreißende Kraft alter Arbeiterlieder zusammen. Aus ersten gemeinsamen Sessions entwickelte sich so eine Band, die überlieferte Geschichten nicht konservieren, sondern weitererzählen möchte. Ihre eigenen Songs wirken dabei zugleich gegenwärtig und erstaunlich zeitlos. Bereits die Anfang 2026 veröffentlichte Debüt-EP „It’s a Hell of an Age“ verband eigene Kompositionen mit neu interpretierten traditionellen Stücken und erreichte Platz drei der irischen Albumcharts. Am 15. Januar 2027 erscheint nun das Debütalbum „Gorta“ über Island Records/Universal, dessen Titel zu Deutsch „Hunger“ bedeutet. Es geht um Sehnsucht, Herkunft und das, was zwischen Generationen weitergegeben wird. Was tragen wir mit uns, was hinterlassen wir selbst? Die Band nähert sich diesen Fragen über persönliche Erfahrungen, die beim Schreiben immer wieder Verbindungen zur irischen Geschichte und Identität offenlegen. Aufgenommen wurde das Album in New York mit Produzent Loren Humphrey, der zuletzt unter anderem mit Cameron Winter und Westside Cowboy gearbeitet hat. Alle sechs Bandmitglieder schrieben gemeinsam und spielten als vollständige Gruppe ein, um die körperliche Energie ihrer Konzerte einzufangen. Entsprechend reicht das Album von kargen, intimen Momenten bis zu Ausbrüchen einer Band, die weiter über sich hinauswächst. Die kürzlich veröffentlichte Vorabsingle „Ribbon Factory“ öffnet bereits den Raum für diesen dunkleren, experimentierfreudigeren Klang.
