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Bremen

King Charles III

31.12.2022
Theater am Leibnizplatz

in

16:00

Nun ist eingetroffen, was Mike Bartlett in seinem „Future History Play“ als Dramensetting entworfen hatte: die englische Königin, Elisabeth II, ist tot – es lebe der König! Ihr Sohn Charles ist designierter König, dessen offizielle Krönung in der näheren Zukunft anberaumt werden soll. Bei Mike Bartlett endet der erste Antrittsbesuch des Premierministers bei Charles in einem Grundsatzstreit: Charles weigert sich, ein Gesetz abzusegnen. Damit sprengt er auch den Familienfrieden. Sein Sohn Harry will die die royale Familie für seine bürgerliche Freundin verlassen, die nach Auffassung der königlichen Familie eine indiskutable Mesalliance ist, und William und Katherine schmieden ein Komplott mit dem Premierminister, um endlich selbst den Thron zu besteigen - denn König und Königin der Herzen sind sie ihrer Meinung ja schon längst! Viel Prophetie steckt in diesem Stück - wieviel davon wird sich noch in der Realität fortsetzen? Zum Inhalt: Als Königin Elisabeth II stirbt, steht ihr Sohn Charles als rechtmäßiger dynastischer Thronerbe bereit: als König Charles III wird er ihr folgen. Doch in der sensiblen Phase zwischen der Beerdigung seiner Mutter und seiner offiziellen Inthronisation, überwirft er sich mit dem Premierminister, der ihn drängt ein Gesetz zu unterzeichnen, das letztlich die Beschränkung der Pressefreiheit bedeutet. Dieser Konflikt findet seine Fortsetzung in familiären Zwisten, denn sein Sohn William und seine Frau Kate, ebenso ehrgeizig wie beliebt in der Öffentlichkeit, verfolgt seine eigenen Ziele. Sein zweiter Sohn Harry geht sogar so weit, dass er wegen einer Mesalliance mit einer Bürgerlichen mit halbseidener Vergangenheit, sogar seine dynastischen Rechte und adligen Titel aufgeben möchte. Charles zögert und zaudert und verschanzt sich hinter einem antiquierten Konzept von gottgesalbtem Königtum, während Kate ihren Ehemann gegen seinen Vater aufstachelt, der Premierminister mit der Opposition paktiert, um das Parlament zu manipulieren und Lady Di’s Gespenst durch den Buckingham Palast geistert und sowohl Charles als auch William kryptische Versprechungen und Prophezeiungen macht. Bei Charles offizieller Krönungsfeierlichkeit kommt es zum politischen und familiären Eklat bei den englischen Royals. „A Future History Play“ nennt der britische Autor Mike Bartlett seine dramatische Spekulation über die Thronfolge im britischen Königreich nach dem Tode Elisabeth II. Als “Best new Play” gewann das Stück 2016 den Laurence Olivier Award, wurde nach seiner Uraufführung 2014 im Almeida Theatre im Londoner Westend auch am Broadway vor ständig ausverkauftem Haus gespielt und für zahlreiche hochrangige Theaterpreise nominiert. Mike Bartletts Drama steht inhaltlich und sprachlich in der Tradition eines Shakespear’schen Königsdramas, das die familiären und privaten Konflikte eines Monarchen mit politischen Intrigen und Ereignissen verbindet. Auch sprachlich wechselt der Dramentext zwischen Versmaß und Prosa wie in einem echten Shakespeare-Stück.
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