© Affenfaust Galerie
Johannes Kersting
Freitag 20.03.2026 19:00 Samstag 21.03.2026 14:00 Mittwoch 25.03.2026 14:00 Donnerstag 26.03.2026 14:00 Samstag 28.03.2026 14:00 Mittwoch 01.04.2026 14:00 Donnerstag 02.04.2026 14:00 Samstag 04.04.2026 14:00 Mittwoch 08.04.2026 14:00 Donnerstag 09.04.2026 14:00 Samstag 11.04.2026 14:00
Affenfaust Galerie, Hamburg
Eintritt: 0 €
Mit Neuland präsentiert Johannes Kersting seine erste Einzelausstellung in der Affenfaust Galerie. Im Zentrum seiner Malerei steht die Landschaft als symbolträchtige Projektionsfläche – als gesellschaftliche Fiktion, als bedrohte Umwelt, als utopischer Sehnsuchtsort oder als Bühne existenzieller Erfahrung. Die gezeigten Arbeiten führen diese Fragestellungen in unterschiedlichen Bildsituationen vor Augen: Eine sanft modellierte Hügellandschaft, über der ein schwebendes UFO auftaucht, verschiebt das Idyll ins Surreale. Ein gläserner Pavillon vor monumentaler Bergkulisse wirkt zugleich luxuriös und entrückt. Architekturfragmente mit Pool oder Meeresblick zitieren Bildwelten zwischen Werbeästhetik, Kino und digitaler Simulation. Ein einzelnes Gebäude auf einem Hügel unter dramatisch aufziehenden Wolken evoziert Pathos und Erhabenheit, während die kleine Figur am Wasser in weiter, fast leerer Landschaft Momente von Melancholie und Einsamkeit verdichtet. Kersting untersucht die sozio-psychologischen und kulturellen Bedingungen der Darstellung von Räumen. Wirklichkeit und Inszenierung stehen dabei in einem permanenten Wechselspiel. Er greift auf Inszenierungs- und Konstruktionsschemata aus Malerei, Fotografie, Film, Videospiel, Computergrafik und KI-gestützter Bildproduktion zurück, um die Erzähl- und Wirkmechanismen populärer Bildwelten offenzulegen. Aus der allgegenwärtigen Bilderflut filtert er präzise Kompositionen, die er im Medium der Malerei verdichtet. Der Gegensatz von Zufall und Konstruktion prägt sowohl den Arbeitsprozess als auch die Ästhetik der Werke. Die durch Menschenhand veränderten Orte erscheinen als Bühnen menschlicher Existenz – zwischen Schönheit und Erhabenheit, Verlust und Verfall. In Neuland wird Landschaft so zum Resonanzraum unserer Haltung gegenüber der Welt und zu einer Reflexion darüber, wie wir Wirklichkeit erzählen, inszenieren und wahrnehmen.
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