Rückkehr zu den Diskursteilnehmern - Lesung & Gespräch
Jochen Schimmang hat glücklicherweise doch nicht Abschied von den Diskursteilnehmern genommen, wie der Titel seines letzten Buches 2024 behauptet. Als etablierter und fast schon offizieller Chronist der bundesrepublikanischen – und der eigenen – Geschichte legt er neue Erzählungen vor: Er lässt einen Sonntag im Freibad 1955 aufleben, wo Kinder zwischen Horst-Buchholz-Verschnitten und Kriegsversehrten im Radio das Fußballländerspiel in Moskau zwischen den „Soff-jetz“ und der BRD mitverfolgen. In einer Hommage an seinen Schriftstellerkollegen Jürgen Becker stellt er fest, dass die Nachkriegszeit niemals aufhört. Er schreibt über eine unverhoffte Sehnsucht nach Bochum und zeichnet das Leben und die Versehrungen seines eigenen Vaters (1909 –1987) anhand von Bewerbungen und Arbeitszeugnissen nach. Erneut erweist er sich als feiner Beobachter, wenn er über Verschwundenes schreibt: Menschen, Zeiten und gelegentlich auch Orte. Der Autor, Journalist und Literaturkritiker Michael Kohtes spricht mit Jochen Schimmang über die Erzählungen. Er ist Redakteur und Moderator im Kulturradio WDR 3.
Jochen Schimmang lebt als freier Schriftsteller und Übersetzer in Oldenburg. 2010 erhielt er den Rheingau Literatur Preis und 2012 den Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar. 2019 wurde er mit dem erstmals verliehenen Walter Kempowski Preis für biografische Literatur des Landes Niedersachsen ausgezeichnet, 2021 erhielt er den Italo-Svevo-Preis für sein Lebenswerk.
Eintritt:
12,- Euro / ermäßigt 8,- Euro / mit dem AStA-Kulturticket der Carl von Ossietzky Universität frei
Kartenreservierung unter www.literaturhaus-oldenburg.de in der Rubrik Programm und Reservierung
Veranstaltungsort:
Wilhelm13
Leo-Trepp-Straße 13
26121 Oldenburg
Copyright Foto: Karin Eickenberg
