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Hamburg

Jakobus Durstewitz

Zwielicht

27.06.2024
Affenfaust Galerie

in

Eine diesig-trübe Dunstglocke zieht über den Hafen hinweg. Wasser und Himmel lösen sich ineinander und bereiten sich auf die Dunkelheit der Nacht vor. Schemenhaft ragen Kräne am wolkenverhangen Horizont. Das Indischgelb des Sonnenuntergangs spiegelt sich in der Gischt. Jakobus Durstewitz Einzelausstellung „Zwielicht” präsentiert seine neuesten Ölbilder, die ein besonderes Farbenspiel aufweisen. In den Momenten der Dämmerung wird die vermeintlich unsichtbare Luft auf eine besondere Art und Weise sichtbar: Sie ist gefüllt mit Regen, Dunst und Rauch – und mit dem Licht, das sich in diesen Schwebstoffen bricht. Stärker als in seinen vorigen Arbeiten scheinen die Hafenbilder in eine nass-glühende Wolkenwand gehüllt. Einzig die Industrieanlagen des Hafens und die Schiffe lassen räumliche Distanzen erahnen. Die kurzen Pinselstriche verleihen den flüchtigen Spiegelungen und dem Flimmern der Luft eine Dauerhaftigkeit. Dabei versteht Durstewitz seine industriellen Landschaftsbilder aber nicht als verklärte Idylle, sondern vielmehr als Systeme physikalischer Kräfte, als Transitorte und verdrängte Natur. Darüber hinaus geben sie Anreiz dafür, der Wirkung von Farbe nachzuspüren. Jakobus Durstewitz lebte seit den frühen 1990er-Jahren in Hamburg und war Teil der Hamburger Schule. Seit Beginn ist Durstewitz für das Artwork des Dockville-Festivals verantwortlich und initiierte den Bau der Kunststadt MS Artville. Heute lebt Durstewitz in der Lüneburger Heide und widmet sich neben der Malerei und der Musik auch großformatigen Installationen für Theater- und Konzertbühnen, wie etwa das Bühnenbild der Abschiedstournee von Fettes Brot.
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