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Ich fotografiere, was sich zeigt
Samstag 29.08.2026 11:00 Donnerstag 10.09.2026 00:00 Donnerstag 24.09.2026 00:00 Donnerstag 08.10.2026 00:00 Donnerstag 22.10.2026 00:00 Donnerstag 05.11.2026 00:00 Donnerstag 19.11.2026 00:00 Donnerstag 03.12.2026 00:00 Donnerstag 17.12.2026 00:00 00:00
Augustcarree, Auguststraße 7, Oldenburg
Eintritt: €

Ein Mensch ist mit etwas beschäftigt. Der Fotograf beobachtet ihn. Er könnte längst auslösen, tut es aber nicht. Er wartet. Vielleicht eine Minute, vielleicht fünf. Denn der Augenblick, den er sucht, ist noch nicht gekommen. Irgendwann verändert sich etwas: ein Blick, eine Bewegung, eine Haltung. Und plötzlich ist er da, der Augenblick – der Fotograf macht das Bild.

Was bei einem Menschen ein flüchtiger Ausdruck ist, kann bei einer Landschaft ein bestimmtes Licht und bei einem Gegenstand eine ungewöhnliche Perspektive sein. Die Motive wechseln, aber die Art des Sehens und Vorgehens bleibt.
Warten gehört zu Heiko Symanns Fotografie. Das ist keine passive Tätigkeit, im Gegenteil: Er hat oft eine Ahnung davon, was in einer Situation geschehen könnte – von einem möglichen Augenblick, der noch nicht da ist. Eine Situation nicht aufzugeben, bevor sie sich gezeigt hat, beschreibt seine Arbeitsweise vielleicht am besten.

Symann verfolgt keinen bestimmten fotografischen Stil. Nicht der Stil bestimmt, wie ein Motiv fotografiert wird, sondern die fotografischen Mittel dienen dem jeweiligen Bild. Schwarzweiß oder Farbe, Schärfe oder Unschärfe, dokumentarische oder formal bestimmte Bildgestaltung – richtig ist, was das jeweilige Bild braucht. Technik ist dabei nur Mittel zum Zweck. Die Fotografie ist für Symann nicht das Entscheidende. Könnte er zeichnen oder malen, würde er sich stattdessen dieser Ausdrucksformen bedienen.
Von Fotografen wie Sebastião Salgado hat Symann gelernt, dass sich die fotografischen Mittel nicht dem Motiv unterordnen müssen. Wie kommt man auf den Gedanken, den Amazonas in Schwarzweiß zu fotografieren? Und doch sind gerade daraus großartige, einzigartige Bilder entstanden.
Die Ausstellung „Ich fotografiere, was sich zeigt“ präsentiert Arbeiten aus nahezu zwei Jahrzehnten. Was die Bilder verbindet, ist nicht ein einheitlicher Stil, sondern die Art, wie sie entstanden sind: beobachten, warten, wahrnehmen – und den entscheidenden Moment nicht verpassen.