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Bremen

DU KANNST GOTT ZU MIR SAGEN

Von Johanna Schall und Grit van Dyk.

12.06.2022
Unser Lieben Frauen Kirche

in Bremen

19:30

Jetzt. Hier. Ein Bahnhof. Menschen begegnen sich. Etwas passiert, etwas Gewaltiges. Die Zeit hört auf. Die Welt ist weg. Ein Mann beginnt, in Stimmen zu sprechen! Er wütet gegen Gott. Die zufällig auf dem Bahnhof zusammengewürfelte Gruppe Reisender wird in die Mythen des Alten Testaments geworfen. Wir entdecken diese gewalttätigen, leidenschaftlichen, poetischen, politischen Geschichten neu. Wir sehen auf die Helden dieser kantigen, uralten Geschichten wie auf unser Spiegelbild, und wir treffen auf: Gott. Den liebenden Gott, den rächenden, den einsamen, den eifersüchtigen. Den, der uns liebt und der sich ungenügend von uns geliebt fühlt, der Gesetze aufstellt und sie selber immer wieder bricht. Der scheinbar willkürlich straft oder segnet. Warum haben wir uns gerade diesen Gott gewählt? Und warum er uns? Die Mythen des Alten Testaments prägen unsere Sicht auf die Welt und auf uns selbst bis heute - wissentlich, willentlich oder widerwillig. Die Texte der Akteure sind bis auf ganz wenige Änderungen und kleine „gesampelte“ Einschübe ganz aus dem Alten Testament. Im Dialog entwickelt diese Sprache eine neue natürliche Dynamik. Die Inszenierung versteht sich weder als religiös noch anti-religiös oder religionskritisch, sondern geht mit den mythischen Geschichten unseren Denkstrukturen und den Mustern unserer Sozialisation nach. „Der ich Licht bilde und Finsternis schaffe, der ich Wohlergehen wirke und Böses schaffe, ich bin es, der Herr, der dies alles wirkt.“ Jesaja 45,7 Text/Spielfassung: Johanna Schall, Grit van Dyk Regie: Johanna Schall Bühnenbild/Kostümbild: Heike Neugebauer Musik: Maria Hinze Dramaturgie: Grit van Dyk Ausstattungsassistenz: Rike Schimitschek Regieassistenz: Martina Lübbing Mit: Svea Auerbach, Simon Elias, Tim Lee, Michael Meyer, Theresa Rose, Erik Roßbander, Petra-Janina Schultz.
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