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Dr. Hans Hesse: „…ich will…dass die Wahrheit siegt“
Mittwoch 21.01.2026 16:00
Seminarraum in der Ballin Villa des Stadtmuseums, Oldenburg
Eintritt: €
Am Mittwoch, 21. Januar 2026, stellt der Historiker Dr. Hans Hesse um 16 Uhr im Seminarraum des Stadtmuseums seine neue Publikation „… ich will …, dass die Wahrheit siegt …“ im Rahmen einer Lesung vor. Das Buch beleuchtet die Geschichte dreier Sinti- und Roma-Familien, die Opfer von NS-Menschenversuchen im KZ Auschwitz-Birkenau wurden, mit biografischen Bezügen nach Oldenburg. Dr. Hesse, in Bremen geboren und heute bei Köln lebend, forscht seit über 30 Jahren zur NS-Verfolgung der Sinti und Roma in Nordwestdeutschland. Zu seinen umfassenden Arbeiten zählen zahlreiche Publikationen sowie zwei Gedenkbücher, die die Namen und Lebensgeschichten der verfolgten Sinti und Roma in Nordwest-Deutschland dokumentieren. In Oldenburg war er zudem maßgeblich an der 2025 eingeweihten Namenstafel am Mahnmal für die Sinti und Roma am Friedhofsweg beteiligt. Sein neues Buch knüpft an die 2001 erschienene Studie „Augen aus Auschwitz“ an (2022 auf Französisch veröffentlicht), in der die Biografie der Biologin Dr. Karin Magnussen im Zentrum stand. Die aktualisierte Publikation erweitert diese Forschungen und legt einen besonderen Schwerpunkt auf die Familien der Opfer. Darunter die aus Oldenburg stammende Familie Mechau, nach der heute eine Straße benannt ist. Ausgangspunkt des Buches ist ein schlichtes Grab auf dem Waller Friedhof in Bremen-Walle: das Grab der Sintezza Wilhelmine Petermann, gestorben 1927. Es gilt als das älteste erhaltene Sinti-Grab Bremens und führt auf eine Erinnerungsspur, die tief in die Verbrechen des Nationalsozialismus weist. Viele der Angehörigen, die an ihrer Beerdigung teilnahmen, wurden später Opfer von Deportation, Gewalt und Mord.