Helles Strahlen, gleißendes Licht und fröhliche Zuversicht! Dieser Mozart-Abend in der Adventszeit mit der CPE.Bach.Akademie.Hamburg ist mit seinem Leuchten weit mehr als vorweihnachtliche Besinnlichkeit und Einkehr. Schon das »Exsultate, jubilate« für Sopransolo und Orchester ist ein Feuerwerk der Freude. Entstanden ist dieses Schaustück italienischer Operngesangskunst auf Mozarts dritter Italienreise 1773 für eine Aufführung in der Theatinerkirche San Antonio in Mailand. Nach dem großen Erfolg seiner Oper »Lucio Silla,« welche im Dezember 1772 erstmal in Mailand auf die Bühne kam, schrieb der 17-jährige Mozart diese virtuose Solokantate quasi zwischendurch seinem Opern-Titelhelden, dem berühmten Soprankastraten Venanzio Rauzzini, als Handgelenksübung förmlich auf den Leib. Das »Exsultate« erklang drei Wochen nach der »Lucio Silla«-Premiere und ist eine von Mozarts schillerndsten Eingebungen.
Die sogenannte Linzer Sinfonie entstand zehn Jahre später während eines Aufenthalts Mozarts in Linz. Da für ein kurzfristig angesetztes Akademiekonzert ein passendes sinfonisches Werk fehlte, komponierte Mozart diese, mit Pauken und Trompeten besetzte Sinfonie, die ein eindrucksvolles Zeugnis seiner schöpferischen Kraft ist, in nur wenigen Tagen. Bereits die feierliche, langsame Einleitung eröffnet einen Klangraum von majestätischer Größe, bevor sich der erste Satz mit Energie und Eleganz entfaltet. Das innige Andante, das anmutige Menuett und das temperamentvolle Finale verbinden festlichen Glanz und melodischem Reichtum und machen die Linzer Sinfonie zu einem Höhepunkt von Mozarts sinfonischem Schaffen.
Im Zentrum des Abends steht die große C-Moll-Messe, eines der monumentalsten geistlichen Werke Mozarts, die 1783 in Salzburg mit Constanze Mozart als Solistin uraufgeführt wurde. Obwohl sie unvollendet geblieben ist, entfaltet sie eine überwältigende Ausdruckskraft, vielleicht auch, weil sie mit dem Tod von Mozarts erstem geborenen Sohn in Verbindung stehen könnte. Schon das Kyrie des Anfangs hat eine religiöse Tiefe, die weit über liturgische Musik hinausweist. Die Messe ist zugleich persönlich und in höchstem Maße feierlich – wie ein großes musikalisches Glaubensbekenntnis Mozarts, was auch an der rätselhaften Entstehungsgeschichte liegen mag.
