Abdulhamid Kircher – Rotting From Within
Freitag 05.06.2026 11:00
Donnerstag 11.06.2026 11:00
Donnerstag 25.06.2026 11:00
Donnerstag 09.07.2026 11:00
Donnerstag 23.07.2026 11:00
Donnerstag 13.08.2026 11:00
Donnerstag 27.08.2026 11:00
Donnerstag 10.09.2026 11:00
Donnerstag 24.09.2026 11:00
Donnerstag 08.10.2026 11:00
Donnerstag 22.10.2026 11:00
Sonntag 01.11.2026 11:00
Deichtorhallen, Hamburg
Eintritt: €
Anlässlich der 9. Triennale der Photographie widmet sich das PHOXXI, das temporäre Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg, mit Abudlhamid Kircher und Akosua Viktoria Adu-Sanyah einer neuen Generation fotografischer Künstler*innen, die sich heute experimentell und raumgreifend mit der analogen Farbfotografie auseinandersetzen, ihre sensiblen Oberflächen erforschen und ihre emotionalen Frequenzen aktivieren. Dabei ist die Dunkelkammer mehr als nur ein Ort fotografischer Produktion: Sie wird zu einem Raum der Reflexion, in dem Erfahrungen, Beziehungen und Erinnerungen erst verarbeitet, umgeformt und (an)greifbar werden, während sie noch latent sichtbar sind.
In seiner analogen fotografischen Praxis untersucht der deutsch-türkische Künstler Abdulhamid Kircher (*1996) Möglichkeiten der Versöhnung, Fragen der Intimität sowie Auswirkungen von Patriarchat und Gewalt. Seine Arbeiten können als fragmentarisches Familienalbum gelesen werden und erzählen von Kirchers ambivalenter Beziehung zur eigenen Geschichte und Herkunft. Als lebendiges Archiv geben die präsentierten Werke dem Unerbittlichen, Angreifenden und Gewaltvollen – aber auch dem Widerständigen und Rauschhaften – Gestalt.
Kircher kehrt die Abwesenheit des Vaters in seinem Leben um und lässt ihn in seinen Werken als Haupt- und Kippfigur auftreten. In seinen neu für Hamburg entstehenden Arbeiten verarbeitet der Künstler zudem den Tod und das patriarchale Erbe des Großvaters väterlicherseits.
Der zutiefst persönliche Aspekt von Kirchers Praxis spiegelt sich auch in seiner ortsspezifischen Herangehensweise wider – so umfasst seine Installation eigens aufgenommene Fotografien sowie Archivbilder und biografische Artefakte, die vor Ort gedruckt werden, in ihren Formaten variieren und dem scheinbar statischen Medium der Fotografie Fluidität verleihen. Eindrücklich zeigt er, wie Fotografie als fragiles Medium genutzt werden kann, um in Kontakt mit den eigenen Emotionen zu treten und Vorstellungen von Macht, Kontrolle und Stärke am Beispiel der zentralen männlichen Protagonisten zu konstruieren und dekonstruieren.
Kuratiert von Nadine Isabelle Henrich, Kuratorin des Hauses der Photographie.
