Ein unvergessliches und monumentales Klavierkonzert
Der junge Pianist Nikola Meeuwsen ist eine Sensation. 2025 gewann er als erster niederländischer Musiker den Königin-Elisabeth-Wettbewerb – ein Erfolg, der ihn über Nacht zum internationalen Star machte. Verbindet man seine Ausstrahlung mit Rachmaninows melodienreichem zweiten Klavierkonzert, so steht eines fest: Es erwartet das Publikum ein unvergessliches Erlebnis. Und das, noch bevor Schostakowitschs Fünfte Sinfonie erklingt – ein monumentales Werk mit einer verborgenen Ebene: Während es vital und energiegeladen wirkt, schwingt ein scharfer, beißender Unterton mit.
Rachmaninows zweites Klavierkonzert ist ein Werk, das das Publikum stets aufs Neue begeistert. Schon die ersten, unheilvollen Töne ziehen den Hörer in ihren Bann – hinein in eine dramatische Erzählung, die niemanden unberührt lässt. Es verwundert nicht, dass diese Musik von so tiefer Empfindung durchdrungen ist; der Komponist schrieb sie, um eine schwere Depression zu überwinden. Man kann hören, wie die für ihn so typische russische Melancholie allmählich einer ungebremsten Freude weicht. Ebenfalls russisch, doch in ihrer Tonsprache moderner, ist Schostakowitschs Fünfte Sinfonie. Beim ersten Hören mag sie wie ein typisches Werk der Sowjetära erscheinen, geprägt von großen Gesten und schwungvollen Märschen. Doch in Wahrheit ist das Stück von verborgenem Schmerz und Trotz durchzogen – eine meisterhafte Anklage gegen die Diktatur.
