Ein Cellokonzert mit orientalischen Märchen und scharfen Konturen
Für dieses Konzert schlüpft Chefdirigent Eivind Gullberg Jensen in die Rolle des Dirigenten und Reiseführers zugleich und nimmt das Publikum mit auf eine Reise durch fünf verschiedene Länder. Das alte Persien erwacht in Maurice Ravels Ouvertüre *Shéhérazade* zum Leben – inspiriert von den Erzählungen aus *Tausendundeiner Nacht*, wobei die farbenreiche, raffinierte Orchestrierung unverkennbar ihre französische Herkunft verrät. Für die Etappe in Russland betritt der weltberühmte Cellist Truls Mørk die Bühne; seine Interpretationen von Schostakowitschs erstem Cellokonzert sind längst legendär. Es ist ein anspruchsvolles Werk, an das sich nur wenige Cellisten heranwagen – doch in Mørks Händen wird es zu einem elektrisierenden Erlebnis. Schostakowitsch komponierte das Stück in einer Zeit, in der ihm nach Jahren des Staatsterrors endlich ein größeres Maß an künstlerischer Freiheit zuteilwurde. Die Musik spiegelt sowohl seine tiefsitzenden Traumata als auch eine beinahe kindliche Verspieltheit wider.
Auf dem Programm steht zudem die zweite Sinfonie von Jean Sibelius, dem Nationalkomponisten Finnlands. „In diesem Werk lege ich meine Seele offen“, bemerkte der Komponist. Damit spielte er womöglich auf seine leidenschaftliche Sehnsucht nach der finnischen Unabhängigkeit an – tatsächlich wirkt der letzte Satz wie eine stolze Nationalhymne. Zugleich besitzt das Werk eine mediterrane Wärme, denn Sibelius komponierte es während eines Aufenthalts im sonnigen Italien.
