Erneut treten im Rahmen von »ZeitenLos« Sätze aus vier verschiedenen Sinfonien Ludwig van Beethovens in einen Dialog über die Grenzen der Chronologie hinweg. Seine Musik wird auf diese Weise als Kraftfeld und universelle Sprache präsentiert, die auch außerhalb der westlichen Kultur ihre Wirkung entfaltet hat. Eingerahmt von der derart entstehenden »zeitenlosen Sinfonie« und der Ouvertüre zum Schauspiel »Coriolan« erfolgt ein weiterer musikalischer Grenzgang: Die koreanische Komponistin Unsuk Chin stellt in ihrem Schaffen häufig den kulturübergreifenden Charakter von Musik in den Mittelpunkt. So auch in »Šu«, ihrem Konzert für die chinesische Mundorgel Sheng. Chin vermeidet hier Exotismus und strebt stattdessen danach, die klanglichen Möglichkeiten des Soloinstruments auf der Suche nach neuen Stimmungen und musikalischen Zusammenhängen zu nutzen.
