Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen und ihr Leiter Paavo Järvi sind berühmt für ihre »Großprojekte«, für die intensive Befassung mit einem Komponisten, die zu exzellenten Aufnahmen und vor allem herausragenden Konzerterlebnissen führt. Nach Beethoven, Schumann, Brahms und Haydn ist nun Franz Schubert an der Reihe. Zwei frische Jugendwerke treffen auf Robert Schumanns Cellokonzert mit dem norwegischen Star-Cellisten Truls Mørk.
»Schubert ist irgendwo zwischen Beethoven und Schumann, er schafft eine Verbindung in die Romantik und hat doch seine großen Vorbilder in der Klassik. Er gibt uns das Gefühl, dass die Melodien einfach so aus ihm herausflossen«, schwärmt Paavo Järvi. Seine italienische Ouvertüre ist ein schwungvoller Ausflug auf die große Opernbühne, die zweite Sinfonie huldigt Beethoven.
Robert Schumann schrieb sein Cellokonzert voller Tatendrang als frischgebackener Musikdirektor Düsseldorfs. Seiner Frau Clara gefallen »der Schwung, die Frische, der Humor«. Bei den zeitgenössischen Cellisten hatte es das Werk schwerer – es entsprach mit seinen fließenden Übergängen zwischen den Sätzen und dem eng verwobenen Dialog von Solo und Orchester so gar nicht den Vorstellungen von einem hochvirtuosen Bravour-Stück. Ironie der Geschichte: Gerade dafür wird das Werk inzwischen geliebt.
