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Aktionswochen gegen Ausgrenzung und Antidiskriminierung: Orry Mittenmayer
Samstag 19.09.2026 19:30
KITO, Bremen
Eintritt: €

Seit 2017 organisiert und veranstaltet Werkstatt Antidiskriminierung e.V. gemeinsam mit einem breiten Bündnis aus regionalen Vereinen, Einrichtungen und engagierten Einzelpersonen die Aktionswochen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung im Bremer Norden. Die zahlreichen Veranstaltungen – wie Lesungen, Workshops und Mitmach-Aktionen – setzen sich für vielfältige Lebensentwürfe, Teilhabe und ein solidarisches Miteinander ein. Damit wird gemeinsam ein Zeichen gegen Rechts und jegliche Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit gesetzt.

Auch in diesem Jahr beteiligt sich das Kulturbüro gerne wieder am Programm der Aktionswochen. Drei unterschiedliche Lesungen bieten spannenden Input zu gesellschaftsrelevanten Themen – von Betroffenen für Betroffene und alle, die sich ebenfalls informieren und engagieren möchten. Austausch, Erfahrungsberichte und Diskussion sind dabei nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht.

Am 9. September ab 16 Uhr findet bei uns im kuba die Auftaktveranstaltung statt. Nach einer kurzen Einführung begrüßen wir Comedienne Anissa Loucif. Sie erzählt mit Witz, Scharfsinn und viel Persönlichkeit von ihrem Leben als Muslima, Ärztin und Mutter. Anschließend stellen die Projekte der Partnerschaft für Demokratie ihre Arbeit vor, teilen ihre Erfahrungen und laden zur gemeinsamen Reflexion ein.

Patrick van Lier, auch bekannt als Feministo, kommt am 12. September mit seinem Buch »Was wir Männer wirklich verlieren« ins KITO. Ausgangsfrage ist – wenig überraschend – »Was verlieren Männer eigentlich wirklich, wenn Gleichberechtigung konsequent umgesetzt würde?« Privilegien? Deutungshoheit? Gesellschaftliche Vorrangstellungen? Mit seinem Buch greift Patrick van Lier eine der zentralen Fragen aktueller Gleichstellungsdebatten auf – und richtet den Blick dorthin, wo er oft fehlt: auf die Rolle und Verantwortung von Männern im feministischen Wandel. Moderiert wird das anschließende Gespräch von Anna Irmgard Jäger.

Am 15. September besucht uns Alice Hasters und spricht unter anderem über ihr Buch »Anti Opfer. Warum wir Verletzlichkeit verachten.« Sie sagt: Überall wird über Opfer gesprochen. Doch immer häufiger sind damit nicht Menschen gemeint, denen Unrecht widerfahren ist. Sondern solche, die die Harmonie stören, die als verweichlicht gelten, die andere herunterziehen oder sich über sie stellen wollen. Wenn sie nicht so viel jammern würden, heißt es, hätten wir nicht so viele Probleme. Härte gegen andere gilt als zunehmend erstrebenswert – und während an Opfer unmenschlich hohe Ansprüche gestellt werden, verändern mächtige Bündnisse patriarchaler Komplizenschaft unsere Welt zum Schlechteren. Alice Hasters beschreibt einen kulturellen Wandel, der nicht zufällig mit einem Aufschwung von Autoritarismus und Faschismus einhergeht. Was passiert mit einer Gesellschaft, in der Sensibilität als elitär gilt? Und das Recht des Stärkeren als authentisch? Mit intellektueller Unruhe stellt sie der Ausbreitung der neuen Härte die politische Kraft der Verbundenheit gegenüber.

Schließlich empfangen wir am 19. September Orry Mittenmayer, der sein Buch »Ausgeliefert - Wie Lieferdienste ihre Fahrer ausbeuten, warum uns das alle ärmer macht und was wir dagegen tun können.« mitbringt. Ausbeutung, extrem schlechte Arbeitsbedingungen und Diskriminierung prägen die Lieferbranche. Orry Mittenmayer erzählt von seinen Erfahrungen als PoC (Person of Color) mit Hörbehinderung, seiner Schulzeit an einer Sonderschule, dem nachgeholten Abitur und späteren Studium. Er macht deutlich wie Ausbeutung und strukturelle Ungleichheit zusammenhängen und warum das gefährlich für die Gesellschaft ist. Gleichzeitig macht er deutlich, dass es Widerstandsmöglichkeiten gibt und wie wichtig Arbeitskämpfe (auch) für die Demokratie sind!

Die Lesung wird veranstaltet von Faire Integration Bremen und dem Projekt ADA - Antidiskriminierung in der Arbeitswelt.

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