Die Ausstellung zeigt Jahrmarktdrucke aus der umfangreichen Sammlung der Landesbibliothek Oldenburg und erschließt ihre kulturellen Kontexte aus sozialhistorischer, medien- und literaturwissenschaftlicher Sicht.
Grausame Verbrechen, schreckliche Katastrophen oder tragische Liebesgeschichten: Von solchen ‚merkwürdigen‘ Begebenheiten erzählen Texte, die im 19. Jahrhundert massenhaft verbreitet waren, heute allerdings nahezu unbekannt sind. Diese Texte erreichten auch Menschen, die sonst kaum mit Literatur in Berührung kamen, etwa Dienstmädchen und Handwerker. Verkauft wurden sie in Form von preiswerten Kleindrucken auf Jahrmärkten und Volksfesten, in der Regel begleitet mit Gesang, Musik und visuellen Hilfsmitteln. Weil die Verkäufer*innen sich dabei manchmal erhöht positionierten, nennt man sie auch ‚Bänkelsänger‘. Im Begriff ‚Kolportage‘, der alle Formen des ortsunabhängigen Buchhandels meint, kommt dagegen die Mobilität dieser Händler und ihrer Texte zum Ausdruck.
