Das Emsland galt über Jahrhunderte als eine der ärmsten Gebiete Deutschlands. Als 1950 der Emslandplan ins Leben gerufen wurde, waren diese Zeiten vorbei. Der Emslandplan brachte die Region wirtschaftlich voran, änderte jedoch das Landschaftsbild grundlegend: Moore wurden durch den Ottomeyer-Pflug kultiviert, neue Straßen durch ehemals unberührte Gebiete gebaut und alte Bauernhöfe durch neue Anlagen ersetzt. All diese Maßnahmen gefährdeten die historischen Strukturen wie auch die archäologischen Denkmäler. In dieser Zeit wirkte Dr. Elisabeth Schlicht als Archäologin und Heimatpflegerin. Ihr ging es nicht darum, das Alte romantisierend zu bewahren, sondern sie nutzte die Chance, in dieser Umbruchszeit eine neue Heimat auszugestalten. Als promovierte Archäologin setze sie sich für den Kultur- und Denkmalschutz in der Region ein, versuchte historische Gebäude vor dem Abriss zu retten, Naturschutzgebiete auszuweisen und den jungen Menschen eine lebenswerte Heimat im neuen Emsland zu ermöglichen – unter Einbezug des kulturellen Erbes. Damit gehörte sie zu denjenigen, die Grundlagen für die spätere Ferienroute „Straße der Megalithkultur“ gelegt haben.
