Die Haut umschließt den Körper und dient als Abgrenzung zur Außenwelt, als Schutz vor Kälte und Feuchtigkeit. Als lebendiges Organ ist die Haut verletzlich. Sie erzählt auf vielerlei Weise vom Leben und ist Kontaktfläche für Wahrnehmung und Berührung.
21 Blaumeier-Künstler*innen haben sich in den letzten eineinhalb Jahren mit den Bedeutungen von Haut und Hülle, von Fragilität und Schutz auseinandergesetzt und sich künstlerisch auf vielerlei Weise angenähert. Begonnen haben sie mit gegenseitigem Portraitzeichnen, dann die menschliche Anatomie beim Aktzeichnen studiert und haben in einem Pappmaschee-Workshop skulptural gearbeitet. Ihre Werke zeigen Ritterrüstungen, Gewänder längst vergessener Kulturen, Brautkleider, Werdertrikots, Schmuck (auch den im Louvre gestohlenen Schmuck) und zeugen von Kleidung nicht nur als Form einer Hülle, sondern auch als identitätsstiftendem Element. Im Tierreich bieten dicke Häute und Federkleider Schutz. Wenn einer*m die Welt zu viel wird, ist es die eigene Bettdecke, aber auch Rinde, Eisschilde und die Erdkruste sind Hüllen. Im Inneren kreisen Gedanken, Elemente, Gefühle – und leise keimt die Frage auf, wie eine Hülle gepflegt und erhalten wird.
