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Ausstellung | Performance | Krisel Kollektiv
Freitag 01.05.2026 19:00 Sonntag 03.05.2026 15:00
Villa Sponte, Bremen
Eintritt: Solidaritätsbeitrag/ Zahl was du kannst €
Gründung & Namensgebung Schon während des Studiums für Bildenden Künste an der Hochschule für Künste (HKS) in Ottersberg erkennen die fünf Kunstschaffenden das Potenzial der gemeinschaftlichen Arbeit. Aus der persönlichen Nähe zu Finnland heraus beginnen Stefanie Heinrich und Marten Blatt im November 2024, dort eine Ausstellung zu planen. Anfang 2025 schließen sich Gretha Boenisch, Tamino Dathe und Vaira Janz an. Wobei Vaira Janz sogar familiären Bezug zu Finland hat. Im Januar 2025 wird die Gründung des Kollektivs beschlossen. Vor dem Hintergrund der aktuellen weltpolitischen Lage, des Klimawandels und individueller Herausforderungen teilen alle die Einschätzung: Die Krise ist allgegenwärtig. Ob politische Umbrüche, Kriegshandlungen in Europa und in anderen Teilen der Welt, ökologische Katastrophen oder persönliche gesundheitliche oder berufliche Brüche: es „kriselt“ an vielen Stellen. So wird die Krise zum Programm des Kollektivs und wird auch so genannt: „Krisel Kollektiv“. Künstlerisches Konzept Seit der Gründung widmet sich das Krisel Kollektiv dem Erleben und dem Umgang mit Krisen – individuell wie gesellschaftlich. Die künstlerische Auseinandersetzung erfolgt in unterschiedlichen Medien: Malerei, Installation, Performance, Film, Fotografie und digitalen Medien. Unterschiedliche Kompetenzen und interdisziplinäre berufliche Erfahrungen fließen ein, verschiedene Blickwinkel werden miteinander verschränkt und machen die Zusammenarbeit innerhalb des Kollektivs produktiv und unverwechselbar. Das Krisel Kollektiv schafft sich einen gemeinsam ein Raum, in dem Ideen wachsen, Perspektiven aufeinandertreffen und Grenzen überschritten werden. Gleichzeitig ist es der Raum, indem sich das Kollektiv den Krisen einer Gruppe stellt: Aufgabenverteilungen, Termindruck, Einwerben von Fördermitteln, Bewerbungen auf Open Calls und vieles mehr erleben die Kriselnden in einem ständig wechselnden Gruppenprozess. Die mittlerweile scherzhaft gestellte Frage „Na, kriselt ihr wieder?“ wird beantwortet mit „Ja, wie immer- immer wieder…“. Wichtig ist dem Kollektiv dabei eine klare Differenzierung: Die internen Krisen der Gruppe stehen nicht in Konkurrenz zu den globalen, existenzbedrohenden humanitären und ökologischen Katastrophen. Im Mittelpunkt steht vielmehr der künstlerisch erforschte Mikrokosmos einer Gruppe: Wie entstehen Konflikte? Welche Dynamiken entwickeln sich? Die Krise als „Normalzustand“ des Zusammenwirkens anzunehmen und in künstlerische Produktivität zu überführen, gehört zu den zentralen Aufgaben des Kollektivs ebenso wie eine kritische Auseinandersetzung mit dem Prozess des Kunstschaffens an sich. So wird der Kosmos einer Gruppe künstlerisch erforscht, hinterfragt und darauf aufbauend künstlerische Positionen entwickelt, die dazu geeignet sein können mit dem Kollektiv in den Diskurs zu gehen. In gemeinsamen Workshoptagen werden künstlerische Ideen besprochen, diskutiert und umgesetzt, so dass im Ergebnis kollektive Werke entstehen (z.B. Malerei ohne süss aber Konservierungsstoffen, 2025; Video Mahlzeit, 2025). Daneben entstehen auch Arbeiten, die direkt auf Werke anderer Kollektivmitglieder reagieren (z.B. Malerei v. Marten Blatt New(s)- Jenga of life v. Vaira Janz - Furby v. Stefanie Heinrich): „Homer, stop, I know it’s easy for your mind to wander …“, sagt Marge zu Homer Simpson im Film „Die Simpsons“. Daraufhin ist das Äffchen in Homers Kopf zu sehen, das Schellen aneinanderschlägt und Luftsprünge macht. Für Marten Blatt ist diese Szene ein popkulturelles Sinnbild von Verwirrtheit und Überforderung, ein Spiegelbild unserer heutigen Gesellschaft, die von andauernd schlechten Nachrichten und einer krisenerfüllten Welt geplagt wird. Dieses Äffchen wird in die Malerei mit dem Titel New(s) überführt und tritt dort in einen Dialog mit dem expressiven Farbraum, dem „NEW“ sowie einem Einhorn, das sich versteckt hält und beinahe in den Hintergrund abtaucht. Vaira Janz reagiert darauf mit der Arbeit Jenga of life: Auf Bausteinen des wackeligen Turms finden sich diskriminierenden Aussagen, die auf die Verletzbarkeit des Individuums und die Fragilität der gesellschaftlichen Strukturen verweisen. Die Arbeit Furby von Stefanie nimmt ebenfalls Bezug auf Martens Blatts Arbeit New(s) : Die Figuren versuchen, sowohl untereinander als auch mit dem Äffchen zu interagieren. Diese Kommunikation scheitert jedoch an unterschiedlichen „Sprachbarrieren“. Die Arbeit Furby steht damit sinnbildlich für den Versuch einer Verständigung auf nonverbaler und verbaler Ebene, der weder durch Lautstärke noch durch auffälliges Verhalten garantiert werden kann und zum Scheitern verurteilt ist.
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