Glaube, Macht und Moral: die katholische Missionierung Afrikas
Dienstag 10.03.2026 19:00
Forum St. Peter, Oldenburg
Eintritt: €
Mit der katholischen Missionierung in Afrika wurden auch europäische Moralvorstellungen importiert. Welche Folgen diese moralischen Interventionen für die traditionellen Strukturen vor Ort mit sich brachten, soll am 10. März um 19 Uhr in einem Vortrag mit Daniela Kalscheuer im Forum St. Peter thematisiert werden.
Dr. phil. Daniela Kalscheuer studierte Dramaturgie an der Universität München und der Theaterakademie August Everding und promovierte mit Unterstützung des Cusanuswerks zum deutschnationalen und nationalsozialistischen Weltkriegsfilm. Seit 2014 ist sie Studienleiterin an der Katholischen Akademie Rabanus Maurus in Frankfurt a. M. für die Bereiche Interkulturelles und Zeitgeschichte mit den Schwerpunkten auf Postkolonialismus und Erinnerungskulturen.
Im Zentrum des Vortrags steht der Einfluss der katholischen Orden und Missionare auf traditionelle soziale, religiöse und familiäre Strukturen in Afrika. Polygamie, Ahnenverehrung, rituelle Initiationen und indigene Heilpraktiken wurden bekämpft und durch monogame Ehe, christliche Sexualethik, europäische Geschlechterrollen und neue Erziehungsmodelle ersetzt. So kam es zu tiefgreifenden sozialen Spannungen, der Schwächung lokaler Autoritäten und kultureller Entfremdung, während gleichzeitig neue christliche Eliten entstanden, die politische und gesellschaftliche Entwicklungen nachhaltig prägten.
Die Reihe des Arbeitskreises Koloniale Kontinuitäten wird u.a. organisiert von der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg, der Norddeutschen Mission, dem Cine k, Angehörigen der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und dem Landesmuseum Natur und Mensch.
