Johan Schäfer
Freitag 20.03.2026 19:00
Samstag 21.03.2026 14:00
Mittwoch 25.03.2026 14:00
Donnerstag 26.03.2026 14:00
Samstag 28.03.2026 14:00
Mittwoch 01.04.2026 14:00
Donnerstag 02.04.2026 14:00
Samstag 04.04.2026 14:00
Mittwoch 08.04.2026 14:00
Donnerstag 09.04.2026 14:00
Samstag 11.04.2026 14:00
Affenfaust Galerie, Hamburg
Eintritt: 0 €
Sie waren jung und rauchten das Geld
Mit seiner neuen Ausstellung knüpft Johan Schäfer an „Man ist ja keine 13 mehr“ an und führt die Auseinandersetzung mit Erinnerung, Medien und Identitätsbildung weiter. Während die vorherige Ausstellung Objekte der Kindheit in monumentale Malerei überführte, richtet sich der Blick nun auf jenen Moment des Kippens: die späten 80er- und frühen 90er-Jahre – die Phase zwischen Kindheit und Subkultur.
Es ist die Zeit, in der man nicht mehr einfach nur Kind ist.
Man wird Punk, Grunge, Techno, Hip-Hop….
Man entscheidet sich.
Alles verändert sich.
Erneut erscheinen Diskettenarbeiten, darunter ikonische Titel wie Monkey Island, Lemmings, California Games, Tetris oder Prince of Persia. Spiele, die ganze Nachmittage verschlangen und erste virtuelle Erfahrungsräume öffneten. Die Diskette wird bei Schäfer zur Projektionsfläche einer Generation – Speicherort von Fantasie, Zeit und Selbstentwürfen.
Ein zentrales neues Werk ist der monumentale Scout-Schulranzen „Sophie“. Wie bereits in der Serie „unten vorm Haus“, in der Schäfer Autos porträtierte und nach ihren Besitzer*innen benannte, trägt auch dieser Ranzen den Namen seiner ehemaligen Trägerin. Das Objekt wird zum Porträt. Zur Identität. Der Schulranzen erscheint überlebensgroß – als Relikt einer klar umrissenen Kindheit, kurz bevor sich Zugehörigkeiten und Codes verschieben.
Der Zauberstab – ein Objekt aus dem klassischen Zauberkasten vieler Kinder – taucht im Raum als Fragment dieser frühen Weltaneignung auf: ein Überbleibsel jener Phase, in der sich Wirklichkeit noch mit einfachen Mitteln verwandeln ließ.
Wiederkehrende Motive wie Lakritzschnecken oder Landschaften mit Feuerzeugen und Zigaretten verweisen auf eine Zeit, in der Taschengeld plötzlich anders ausgegeben wurde – in der aus Konsum Haltung wurde und aus Spiel Ernst.
„Sie waren jung und rauchten das Geld“ ist keine nostalgische Rückschau. Die Ausstellung erzählt von einem Übergangszustand – von einem Lebensabschnitt, in dem Identität nicht gespeichert, sondern ausprobiert, kopiert, überschrieben und manchmal auch verbrannt wurde.
