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Artist in Focus
Mittwoch 22.04.2026 00:00 Donnerstag 30.04.2026 00:00 Donnerstag 14.05.2026 00:00 Montag 25.05.2026 00:00
Kunsthalle Osnabrück, Osnabrück
Eintritt: €
n der Reihe Artist in Focus stellt das EMAF das filmische Werk namhafter zeitgenössischer Künstler*innen vor, teils auch im Dialog mit weiteren Filmen oder Beiträgen, die mit ihrem Werk in Verbindung stehen. In diesem Jahr präsentieren wir Arbeiten der im Libanon geborenen, in Berlin lebenden Künstlerin Marwa Arsanios(geboren 1978). Damit würdigen wir eine international beachtete künstlerische Praxis, in der Film und Recherche, politische Imagination und kritische Intervention eng miteinander verwoben sind. Im Zentrum des Programms steht die seit 2017 fortlaufende, inzwischen fünfteilige filmische Serie Who Is Afraid of Ideology?. Darin begleitet Arsanios feministische Kollektive und Initiativen im irakischen Teil Kurdistans, in Syrien, im Libanon und Kolumbien, deren Einsatz für die Vergemeinschaftung und Rückgabe von Land mit ihrem Kampf um Selbstbestimmung Hand in Hand geht. In einem kontinuierlichen Prozess des Gesprächs und Austauschs portraitiert Arsanios Frauen, die in ländlichen Regionen kollektive, antikapitalistische und antipatriarchale Formen des Zusammenlebens praktizieren, die überlieferte Formen der Landnutzung gegenüber Privatisierung und kolonialer Besatzung verteidigen oder sich für die Wiederherstellung von historischem Gemeineigentum einsetzen. Die Weitergabe von Wissen, Solidarität und gegenseitige Unterstützung spielen dabei immer eine Rolle und werden auch in der filmischen Arbeit mit reflektiert. Der aktuelle, fünfte Teil der Serie, Right of Passage (2026), entfaltet sich in der Welt des Traums. In ihr sind jene Grenzziehungen, die Eigentum und Territorium begründen, die Menschliches von Nichtmenschlichem und Vergangenes von Gegenwärtigem trennen, suspendiert. Ihre Durchlässigkeit ermöglicht die freie Passage unterschiedlicher „politischer Tiere“, die Artikulation traumatischer Verluste und Bildung neuer Allianzen. Im Dialog mit ihren eigenen Arbeiten zeigt Arsanios Filme von Simone Bitton, Mohammad Malas und Reem Shilleh, die ergänzt und erweitert werden durch Workshops, Lesungen und Gespräche mit Ali AlAdawy,Haytham el-Wardany und Stefanie Baumann. Sie orientieren sich an Fragen, die Arsanios folgendermaßen skizziert: „Wie können wir von Filmen lernen, die aus dem Land heraus entstehen, die in Landkonflikten verwurzelt sind und selbst zu pädagogischen Objekten werden? Welche filmischen Formen erwachsen aus der Topografie eines Ortes, seiner geografischen Beschaffenheit und seinen Böden? Und wie wird das Filmset seinerseits zu einem pädagogischen Raum für diese Konflikte?“
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