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Johannes Philipp Speder
Samstag 14.02.2026 00:00 Donnerstag 19.02.2026 00:00 Donnerstag 05.03.2026 00:00 Samstag 07.03.2026 00:00
Affenfaust Galerie, Hamburg
Eintritt: €
SEIN&SACHEN – Ausstellungstext In seiner Einzelausstellung SEIN&SACHEN zeigt der Hamburger Künstler Johannes Philipp Speder Arbeiten aus rund dreißig Jahren künstlerischen Schaffens. Die Ausstellung versteht sich nicht als chronologische Retrospektive, sondern als vielstimmige Gegenüberstellung unterschiedlicher Werkphasen, Materialien und Ausdrucksformen. Skulptur, Bild und Schrift treten in einen offenen Dialog, in dem sich Vergangenheit und Gegenwart wechselseitig befragen. Dreißig Jahre Arbeit werden hier zu dreißig Jahren Sein. Im Zentrum von SEIN&Sachen stehen Speders Skulpturen und die textbasierten Arbeiten, die gemeinsam ein dichtes Spannungsfeld eröffnen. Die Skulpturen entfalten ein breites formales Spektrum: von klar figürlichen Körpern über hybride Mischwesen bis hin zu nahezu abstrakten Setzungen. Viele der Figuren tragen unverkennbar menschliche Züge, während Gesichter oder einzelne Körperpartien durch Elemente aus Flora und Fauna maskenartig überformt sind. Andere erscheinen vollständig menschlich oder lösen sich beinahe vollständig von der Figuration. Was diese Arbeiten verbindet, ist eine konsequente Auseinandersetzung mit dem Körper als Träger von Bedeutung – als Projektionsfläche für Identität, Erinnerung und kulturelle Zuschreibung. Der Mensch erscheint nicht als abgeschlossenes Subjekt, sondern als wandelbare, durchlässige Form innerhalb eines größeren biologischen und kulturellen Zusammenhangs. Eine zentrale gedankliche Grundlage der Ausstellung bildet ein Kalenderzyklus von 365 SEINS-Formulierungen, den Johannes Philipp Speder als kontinuierliche Setzung entwickelt hat. Aus diesem sprachlichen Reservoir gehen die SEINS Werke der Ausstellung hervor, Emaillearbeiten, in denen einzelne Formulierungen in eine präzise visuelle Form überführt werden. Die Aussagen fungieren als verdichtete Impulse, als minimale Eingriffe in den Alltag des Denkens. Sie formulieren kein Programm und keine Anleitung, sondern eröffnen Möglichkeitsräume: SEIN wird als Prozess verhandelt, als fortwährende Bewegung zwischen Anspruch und Erfahrung, zwischen Selbstentwurf und gelebter Realität.
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