
Neojiba Orquestra Juvenil da Bahia / Guido Sant’anna / Ricardo Castro
Donnerstag 22.05 19:00Uhr
Elbphilharmonie, Großer Saal, Hamburg
Aus hochtalentierten Musikerinnen und Musikern zwischen 13 und 27 Jahren besteht das 2007 gegründete brasilianische Jugendorchester Neojiba. Ganz nach dem Vorbild des venezolanischen »El Sistema« ist es Teil eines Förderprogramms, das nicht nur musikalische Bildung bietet, sondern auch soziale Integration fördert. Als erstes brasilianisches Jugendorchester überhaupt trat Neojiba vor einigen Jahren in Europa auf, nun kehrt es mit einem vielfältigen nord- und südamerikanischen Programm zurück.
Zum Auftakt bringt das Orchester ein Werk seiner Heimat auf die Bühne: Carlos Gomes gilt als wichtigster brasilianischer Komponist der Romantik. Aus seiner Oper »Lo schiavo« über die Liebe einer Sklavin zum Sohn eines Großgrundbesitzers erklingt das Orchestervorspiel mit dem schönen Titel »Alvorada« – Morgenröte. Von hier aus geht es – mit einem kleinen Umweg über Finnland – nach Mexiko, Argentinien und in die USA.
So ließ sich Aaron Copland von einem Tanzsaal in Mexiko-Stadt zu seinem Orchesterwerk »El salón México« inspirieren, in dem unter anderem zwei betrunkene Fagotte ihren Auftritt haben. Argentinische Folklore und moderne Harmonik verband wiederum Alberto Ginastera – zu hören in der Suite aus seinem Ballett »Estancia«. Und auch Leonard Bernsteins »Symphonic Dances« aus der berühmten »West Side Story« sorgen für ordentlich Schwung im Großen Saal. In gänzlich andere (Klang-)Welten entführt Jean Sibelius’ berühmtes Violinkonzert, in dem der aufstrebende 19-jährige Brasilianer Guido Sant’Anna als Solist zu erleben ist.